Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

Bibliotheken, Literatur, Kultur  – Blog von Michael Knoche

Wolfenbüttel, Bibliotheksbau von Korb mit Lessinghaus. Unbekannter Fotograf, 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Ein Markstein in der Baugeschichte von Bibliotheken: die Rotunde in Wolfenbüttel (1/2)

Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur mit dem ovalen Grundriss und der markanten Kuppel zu interessieren:...

Werner Fritz Bibliothekar um 1877

Warum ist die Digitalisierung für Bibliothekare ein Geschenk des Himmels? Eine Bemerkung zur Mentalitätsgeschichte des Berufes

In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick zurück in das Weimar der Goethe-Zeit. Hier sind die Geheimen...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Christoph Links links

Warum ist die Verlagsproduktion im Osten bis heute so erschreckend gering? Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (3/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie so viele ostdeutsche Verlage zu existieren aufhörten. Christoph Links ist Verlagshistoriker, Publizist und war Verleger des gleichnamigen Sachbuchverlags. Die bisherigen Teile des Gesprächs sind abgedruckt im Blog vom 8. Juni und 15. Juni 2026. Abschließend geht es u.a. um die...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Das Experiment einer Verlagsneugründung in Weimar – Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (2/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Die SED-Führung hat im Bereich der Kulturwirtschaft aber nicht nur geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege geräumt, sondern in einigen Fällen auch neue Verlage gegründet. Der Arion Verlag in Weimar ist dafür ein Beispiel. Christoph...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Vom Verschwinden der DDR-Verlage – Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (1/3)

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl ursprünglich viel mehr von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 eine Genehmigung erhalten hatten. Christoph Links hat die Geschichte aller 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Dahinter steht...

Biblioteca Casanatense, Rom

Kulturelles Erbe? Eine Anmerkung

„Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet über das Internet umfassenden Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands“, heißt es auf der Einstiegsseite der Kultursuchmaschine.1 Auf der Website der Bayerischen Staatsbibliothek ist von der Erhaltung des „wertvollen schriftlichen Kulturerbes“ die Rede.2 Die Klassik Stiftung will „das kulturelle Erbe Weimars auf neue Weise lebendig werden“ lassen3. Auch eine von Creative Commons initiierte Bewegung für freien Zugang zu gemeinfreien...

Biermerkzeichen, die zur Zuordnung von Gläsern in Wirtshäusern und Biergärten genutzt wurden. Ausschnitt aus einem Bogen, der ca. 1860 in Augsburg bei Herzer gedruckt worden ist

Reinhold Köhler – der Bibliothekar, der von der Leiter fiel

Reinhold Köhlers Lebensende war so dramatisch, dass es sein Lebenswerk beinahe verdunkelt hätte: Der Weimarer Bibliothekar starb 1892 an den Folgen eines Sturzes von der Bibliotheksleiter. Während er einem Benutzer – angeblich handelte es sich um den jungen Rudolf Steiner – ein Buch herunterreichte, stürzte er, bereits über sechzig Jahre alt, und zog sich so schwere Verletzungen zu, dass er sich nie wieder davon erholte....

Erweiterungsbau der Württembergischen Landesbibliothek

Die Bibliothek als Ort konzentrierter Wissensarbeit und sichtbares kulturelles Gedächtnis – Die Württembergische Landesbibliothek veröffentlicht ihr Konzept für die Jahre 2026 bis 2030

Strategiepapiere von Bibliotheken ähneln einander häufig. Digitalisierung, Vernetzung, Offenheit, Citizen Science, Diversität und kulturelle Transformation gehören inzwischen zum festen Vokabular solcher Texte. Nicht selten bleibt dabei allerdings unklar, wie all dies operationalisiert werden soll. Bestimmte Begriffe sucht man vergeblich: Lesen, Leser, Lesesaal, Lesekultur kommen zum Beispiel in der aktuellen Positionsbestimmung der Staatsbibliothek Berlin nicht vor.1 Hingegen wird man mit Ausführungen zur „Nutzendenzentrierung“, einem Wortungetüm sondergleichen,...

Peter Gülke (1934-2026)

Wenn eine Sach‘ ein End‘ hat – der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke veröffentlicht sein letztes Buch als Vermächtnis

Musik, meinte Immanuel Kant, sei zwar die schönste der schönen Künste, aber eine Kunst minderen Ranges, weil sie nur flüchtige Eindrücke hinterlasse und keine dauerhaften, begrifflich fassbaren Vorstellungen. In der Tat: Töne erklingen und verklingen fast im selben Moment, und schon Augenblicke später können wir uns nur noch vage an ihre Abfolge erinnern. Was Kant als ästhetisches Defizit der Musik beschreibt, lässt sich auch als...

Katalogabteilung der Zentralbibliothek, 1970-er Jahre

Die Welle von Evaluationen (3/3)- Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Die fachliche Evaluation von Bibliothekspersonal war methodisch von großer Schwierigkeit. Im Gegensatz zur Bewertung von Hochschullehrern, wo quantitative Indikatoren wie Publikationen, Vorträge und Promotionen herangezogen werden konnten, fehlten für bibliothekarische Tätigkeiten, zumal bei Teamarbeit, vergleichbare, objektiv messbare Leistungskriterien. Allerdings entwickelten sich indirekte Evaluationsmechanismen. Das an einigen Einrichtungen eingeführte Verfahren der Neubewerbung ermöglichte zumindest eine mittelbare fachliche Überprüfung. Diese Maßnahme diente den Bibliotheksleitungen vor allem als...