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Autor: Michael Knoche

Peter-Sodann-Bibliothek, Eingangsschild

Die Bananenkisten von Staucha – ein Besuch in der Peter-Sodann-Bibliothek

Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. Für den Handelsverkehr sorgt die Peter-Sodann-Bibliothek, die Bücher und andere...

Stockholmer Stadtbibliothek von Gunnar Asplund von 1927

Bibliothek und Museum: Eine Geschichte gemeinsamer Räume – Gespräch mit dem Architekten Karl-Heinz Schmitz

Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität Weimar. Zusammen mit Hilde Barz-Malfatti realisierte er 2005 das Studienzentrum...

Jagiellonische Bibliothek Krakau

Verzichtet auf die Berlinka! Osteuropa-Wissenschaftler appellieren, den Eigentumsanspruch gegenüber Polen aufzugeben

Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes der Hymne „Gaude Mater Polonia“ enthält. Das aus sechs Pergamentblättern...

Podium mit Lothar Müller, Andreas Dietzel, Anne Bohnenkamp, Wolfgang Rüger.

Was bleibt von Privatbibliotheken? Nachlese zum Symposium „Zukunft der Privatbibliothek“ am 21. Mai 2026 in Frankfurt/M.

Einer privaten Bibliothek, schreibt der Universalgelehrte Hermann Conring bereits im Jahr 1666 in lateinischer Sprache, ist fast immer nur kurze Dauer beschieden. „In den meisten Fällen stehen und fallen sie mit ihren Sammlern; höchst selten nur gehen sie auf ihre Erben über, die ebensolche Bücherliebhaber sind oder derart vermögend, dass die Notdurft des täglichen Lebens nicht ihre Auflösung erzwingt.“1 War die Zukunftsprognose für Privatbibliotheken also...

Klaus Saur bei einem Vortrag vor der Bayerischen Akademie der Schönen Künste am 27. Januar 2021. Videostill

Ein geglücktes Leben – Nachruf auf Klaus G. Saur

Es ist zwei Jahre her, dass Klaus Saur seine Weimarer Freunde zum Abendessen ins Hotel Elephant einlud. Mit ihm waren wir zu siebt. Es war ein schöner Sommerabend. Man konnte auf der Terrasse sitzen und die laue Luft genießen. Wie immer in seiner Gesellschaft gab es vorab ein Gläschen Champagner. Nach der Vorspeise klopfte der Gastgeber an sein Glas, stand auf und kündigte an, eine...

Wolfenbüttel: Herzogliche Bibliothek. Unbekannter Maler, Das alte und das neue Bibliotheksgebäude sowie Lessinghaus. Aquarell, undatiert, ca. 1886/1887

Ein Markstein in der Baugeschichte von Bibliotheken: die Rotunde in Wolfenbüttel (2/2)

Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem Schloss Salzdahlum richtete er etwa eine Spezialbibliothek mit Kunstliteratur und...

Wolfenbüttel, Bibliotheksbau von Korb mit Lessinghaus. Unbekannter Fotograf, 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Ein Markstein in der Baugeschichte von Bibliotheken: die Rotunde in Wolfenbüttel (1/2)

Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur mit dem ovalen Grundriss und der markanten Kuppel zu interessieren:...

Werner Fritz Bibliothekar um 1877

Warum ist die Digitalisierung für Bibliothekare ein Geschenk des Himmels? Eine Bemerkung zur Mentalitätsgeschichte des Berufes

In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick zurück in das Weimar der Goethe-Zeit. Hier sind die Geheimen...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Christoph Links links

Warum ist die Verlagsproduktion im Osten bis heute so erschreckend gering? Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (3/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie so viele ostdeutsche Verlage zu existieren aufhörten. Christoph Links ist Verlagshistoriker, Publizist und war Verleger des gleichnamigen Sachbuchverlags. Die bisherigen Teile des Gesprächs sind abgedruckt im Blog vom 8. Juni und 15. Juni 2026. Abschließend geht es u.a. um die...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Das Experiment einer Verlagsneugründung in Weimar – Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (2/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Die SED-Führung hat im Bereich der Kulturwirtschaft aber nicht nur geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege geräumt, sondern in einigen Fällen auch neue Verlage gegründet. Der Arion Verlag in Weimar ist dafür ein Beispiel. Christoph...