Corinna Roeder, Direktorin der Landesbibliothek Oldenburg, hat schon 2016 darauf aufmerksam gemacht,[1] dass die deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken dabei sind, ihre Bestände radikal umzuschichten. Bücher werden in großem Maße zugunsten von elektronischen Medien ausgetauscht. Das Ausmaß der Aussonderung hat sich seit 2009 stark beschleunigt. Die Gefahr besteht, dass ein Teil der gedruckten Überlieferung aus Nachlässigkeit oder wegen mangelnder Abstimmung verloren geht. Frau Roeder, gibt es neue...
Es war wichtig, dass die beiden Sparten Archiv und Bibliothek mit einer Stimme gesprochen und realistische Forderungen gestellt haben. Die Denkschrift Zukunft bewahren (vgl. den Blogbeitrag über die Übergabe an den Bundespräsidenten) hat dazu beigetragen, das Interesse am Schutz der schriftlichen Überlieferung zu wecken und Unterstützung für den Originalerhalt zu gewinnen: Der Haupteffekt besteht in der Errichtung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts...
Am 8. Januar 2020 haben die Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen in Deutschland nach mehr als dreijährigen Verhandlungen einen Vertrag mit Springer Nature, dem zweitgrößten Wissenschaftsverlag der Welt, unterzeichnet. Vor einem Jahr wurde ein ähnlicher Vertrag mit Wiley abgeschlossen. Der neue DEAL-Vertrag ermöglicht das Open-Access-Publizieren in etwa 2.500 Springer Nature-Zeitschriften. Außerdem eröffnet die Vereinbarung den teilnehmenden Einrichtungen einen umfangreichen Lesezugriff auf das nahezu gesamte Zeitschriftenportfolio des Verlages....
Die Archivare und Bibliothekare hatten Glück: Die Denkschrift „Zukunft bewahren“ war kaum an den Bundespräsidenten übergeben, da machte Kulturstaatsminister Bernd Neumann das Anliegen zu seiner Sache. Er lud für den 28. August 2009 zu einem Runden Tisch ins Bundeskanzleramt ein. Die Archiv- und Bibliotheksvertreter hatten sich abgestimmt und gingen vor allem mit der Forderung nach einer Koordinierungsstelle das Gespräch. (Zur Vorgeschichte vgl. den Blogbeitrag über...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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