Es sah alles danach aus, dass das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt/M. architektonisch misslingen würde. Der eingeladene Wettbewerb endete 2014 mit drei zweiten Plätzen, aber keinem ersten. Nach einer weiteren Runde wurden zwei Büros der Zweitplatzierten dazu verdonnert, gemeinsam zu planen: Der Neubau sollte von Mäckler Architekten auf der Grundlage des städtebaulichen Konzepts von Landes & Partner entworfen werden. Konnte das gut gehen? Das Wunder ist...
Wie finden einfache Bürger, Angestellte, Arbeiter, Handwerker mit ihren Lebensdaten und -umständen Eingang in Archive und Bibliotheken? In der Regel gar nicht. Aber es gibt eine Gattung des Personalschrifttums, die auch für diese soziale Gruppe eine Quelle erster Güte darstellt: die Totenzettel. Nur wurden sie von Archiven und Bibliotheken bisher selten beachtet, geschweige denn erschlossen und für weitergehende Fragestellungen ausgewertet. Anders die Leichenpredigten. Sie wurden...
Ein Tagungsbericht Wie passt zusammen, dass die „Wiege der Weimarer Klassik“, als die die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gilt, in einem „Rokokosaal“ zu verorten ist? Gibt es nicht augenfällige Widersprüche zwischen der klassizistischen Ausstattung und der früheren Stilepoche? Der Weimarer Bibliothekssaal wurde 1766 erbaut, aber er präsentiert sich heute in einer Gestalt, die erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts geprägt wurde: mit neuen Portraitbildnissen, aufgestockten...
In einem Beitrag für das Deutsche Dante-Jahrbuch habe ich eine Passage des 5. Gesangs des “Inferno” von Dante zum Anlass genommen, auf eine vergessene Art des Lesens aufmerksam zu machen. Es geht um die berühmte Liebesgeschichte zwischen Paolo und Francesca. Dante, von Vergil begleitet, kommt im zweiten Kreis der Hölle, in dem die Wollüstigen von einem infernalischen Sturm hin- und hergetrieben werden, mit zwei Schatten...
Interview mit Thedel von Wallmoden, Verleger des Wallstein Verlags, über die diesjährige Frankfurter Buchmesse Herr von Wallmoden, hat der Chef der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos einen Orden dafür verdient, dass er auf der diesjährigen Messe als Präsenzveranstaltung beharrt hat? Auf den Gedanken wäre ich nicht gekommen, dass jemand einen Orden dafür verdient, dass er in einer gut bezahlten Stellung seine Arbeit macht. Eher würde ich...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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