Buchkaufhäuser sind heute aus keiner Stadt mehr wegzudenken. Thalia/Mayersche, Hugendubel und Weltbild sowie Regionalfilialisten wie Osiander sind mit riesigen Läden überall präsent. „In den viergeschossigen Laden … kann jeder reingehen, ohne angesprochen zu werden. Er kann die Rolltreppe rauf und runter fahren und alles von oben in Augenschein nehmen. Dann kann er Bücher nehmen und in einer Leseinsel, auf Tuchfühlung mit Gleichgesinnten, schmökern, was der...
Wer ChatGPT ausprobiert, macht immer wieder die Erfahrung, dass eine Frage falsch beantwortet wird. Auf die wiederholte Eingabe derselben Frage, versteht das System, dass man nicht zufrieden war, „entschuldigt“ sich höflich und korrigiert sich. So kommt es zum Beispiel zu folgenden Dialogen mit dem System: Hat Kant ein Buch mit Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte veröffentlicht? Nein, Immanuel Kant hat kein Buch...
Professoren beklagen immer wieder, dass das Lesen längerer Texte bei Studenten nicht nur unpopulär geworden sei, sondern gar nicht mehr beherrscht werde. Auch das vertiefte Lesen von Texten – zumindest in den Geistes- und Kulturwissenschaften eine unumgängliche Voraussetzung – sei keine Selbstverständlichkeit mehr. Aber darf Lesekompetenz nicht spätestens mit dem Abitur als erworben gelten und bei Studenten vorausgesetzt werden? Ist es wirklich die Aufgabe wissenschaftlicher...
(Aus der Serie: Auf schwankender Bibliotheksleiter, 10) Während die Wiedervereinigung Deutschlands dadurch zustande kam, dass die Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes beschloss, vollzog sich die Wiedervereinigung der beiden deutschen Shakespeare-Gesellschaften andersherum: Die Bochumer West-Gesellschaft wurde am 23. April 1993 als Zweigverein in die Weimarer Ost-Gesellschaft aufgenommen. Das historische Erstgeburtsrecht gebührte nun einmal der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Sitz Weimar....
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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