Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität Weimar. Zusammen mit Hilde Barz-Malfatti realisierte er 2005 das Studienzentrum...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem Schloss Salzdahlum richtete er etwa eine Spezialbibliothek mit Kunstliteratur und...
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur mit dem ovalen Grundriss und der markanten Kuppel zu interessieren:...
In der Antike eigenständige Bibliotheksbauten im typengeschichtlichen Sinn nachzuweisen, ist schwierig. Die Bibliotheken waren stets Teil eines größeren funktionalen Ensembles (Palast, Tempelbezirk, Gymnasion, Forum, Thermen). Die Bibliothek von Alexandria etwa war Teil des Museion, eines Forschungs- und Kultkomplexes. Am ehesten käme noch die Celsus-Bibliothek in Ephesos als eigenständiges Bibliotheksgebäude in Betracht (ca. 114–117 n. Chr.). Der zentrale Saal war 178 Quadratmeter groß, das Fassungsvermögen der...
Die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart zeigt noch bis zum 24. Januar die reizvolle Ausstellung Kunst als Buch. Sammlung Lucius. Zu sehen sind Werke deutscher Künstler ab den 1960er Jahren, darunter beeindruckende Künstlerbücher von Günther Uecker, Horst Antes und Heinz Mack. Besonders herausragend: das Werk Kein Fehler im System von Günther Uecker und Eugen Gomringer (1978) mit Blindprägedrucken von Nägeln. Die Exponate stammen aus der Sammlung von...
Die ostdeutschen wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Mauerfall (10) Peter Hoffmann war zur Zeit der Friedlichen Revolution 49 Jahre alt und Direktor der Bibliothek der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow. Die Hochschule wurde 1991 in die Universität Rostock integriert. Dort übernahm der promovierte Physiker und Fachinformator 1992 die Leitung der Universitätsbibliothek. Im zweiten und abschließenden Teil des Gesprächs geht es u.a. um ein ungewöhnliches Bewerbungsverfahren und das...
Vor 20 Jahren – als die Weimarer Bibliothek brannte (1) Im Sommer 2004 begannen die restauratorischen Voruntersuchungen im Stammgebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die Generalsanierung stand unmittelbar bevor. Gleichzeitig war das Studienzentrum mit dem Tiefmagazin unter dem Platz der Demokratie baulich fast fertiggestellt. Die ersten Umzüge aus den Ausweichmagazinen liefen an. Am Abend des 2. August 2004 meldete sich DeutschlandRadio Berlin zu einem Telefoninterview...
Der Büchersaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek wird Rokokosaal genannt. Aber ausgestattet ist er wie eine Erinnerungsstätte für die Goethe-Zeit. Die vielen Büsten und Bildnisse rufen das Personal des klassischen Weimar ins Gedächtnis. In der zentralen Blickachse hängt das lebensgroße Gemälde des Großherzogs Carl August. Von Herder und Wieland sind jeweils drei verschiedene Portraitplastiken, von Schiller vier, von Goethe sechs im Raum verteilt. Die Unstimmigkeit,...
Der Eindruck einer großen, aber menschenleeren Bibliothek, wie ich ihn von der Universitätsbibliothek Chemnitz gewonnen hatte (vgl. meinen Post vom 19.6.23), kann an Zahlen der Deutschen Bibliotheksstatistik gegengeprüft werden. Für Chemnitz ist das Ergebnis jedoch nicht besonders aussagekräftig: Der Benutzungsbereich umfasst 8,520 m2, angegeben sind 19281 aktive Nutzer. Das bedeutet, dass sich im Jahr 2022 rechnerisch 2,26 Benutzer einen Quadratmeter Fläche teilen mussten – genauso...
Bisher kenne ich nur Bibliotheken, die in Bezug auf die Fülle der unterzubringenden Medien zu klein sind. Meistens sind sie es auch im Hinblick auf die Menge der Benutzer. Unter beiden Gesichtspunkten besonders beengt habe ich die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln empfunden. Aber der beste Ort, um zu lernen, was Platzangst ist, ist die Campusbibliothek der Technischen Hochschule Köln am Ubierring. Eigentlich können Bibliotheken nicht...
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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