Bernhard Friedrich Voigt (1787–1859) gehörte 1825 zu den Mitbegründern des Börsenvereins der deutschen Buchhändler und war Mitglied des ersten vierköpfigen Vorstands. Während Friedrich Campe aus Nürnberg das Vorsteheramt übernahm, bekleidete Voigt das Amt des Kassierers. Sein familiärer Hintergrund – als Neffe des sachsen-weimarischen Staatsministers Christian Gottlob von Voigt, der mit Goethe eng zusammenarbeitete – verweist auf seine Verbindungen in Politik und Kultur. Neben seiner Verbandsarbeit...
Die korrekte Erscheinung des Zivilisten Bruno Hauff mit Anzug und Krawatte täuscht: Er ist auf der Flucht. Mit seiner engsten Familie und begrenztem Gepäck – die Gebäude seines Georg Thieme Verlags in Leipzig sind fast vollständig zerstört – wagt er die Übersiedlung aus der Buchhandelszentrale in den Westen, um dort seinen Verlag mit dem Flaggschiff Medizinische Wochenschrift wiederaufzubauen. Wohin die Reise ging, erfuhr er erst...
Als ich mein Studium in Tübingen beendet und das letzte Examen bestanden hatte, verspürte ich recht plötzlich die Notwendigkeit, ins Berufsleben einzutreten. Ich setzte mich an die Schreibmaschine und schrieb einen Brief ans Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Den Kohlepapierdurchschlag habe ich neulich wiedergefunden. Der Text lautet: Sehr geehrte Herren, ich möchte gern im nächsten Börsenblatt eine Anzeige aufgeben. Da mir die Sache sehr dringend...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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