Klaus Saur feiert seinen 80. Geburtstag Klaus Saur hat einmal erzählt, wie ihn ein Verlegerkollege darauf angesprochen habe, dass der Termin seines 80. Geburtstag näher rücke. Ob er, Saur, sich wohl bereitfinden könne, für das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel den Geburtstagsartikel zu schreiben? Kaum habe er die Zusage gegeben, sei auch schon ein „Entwurf“ aus der Feder des Jubilars ins Haus geflattert, dem anscheinend...
Auf der Cantate-Versammlung des Börsenvereins 1827 in Leipzig stellte der Buchhändler Friedrich Perthes einen Antrag im Namen der Sittlichkeit. Er hielt ein Exemplar von Christian Althings Hinterlassenen Schriften (Schleiz 1827) in die Höhe und rief aus, er sei nicht gesonnen, die ihm unverlangt zugesandten Bücher auch noch an den Verleger zurückzugeben. Vielmehr wünsche er, dass „damit ein warnendes Beispiel gegeben und von der Verbreitung so...
Schon im März 1933 beschloss der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in vorauseilendem Gehorsam, neunzehn als kommunistisch eingestufte Mitglieder aus der Mitgliederliste und dem Buchhändler-Adressbuch zu streichen. Am Ende waren es viele tausend Personen, die ihren Beruf als Buchhändler, Verleger, Antiquare usw. aus politischen oder rassischen Gründen nicht mehr ausüben konnten und oft an Leib und Leben bedroht waren. Ein Teil von ihnen wurde ermordet, ein...
Die Corona-Krise hat den Buchhandel generell schwer gebeutelt, aber in ganz unterschiedlicher Weise. Die Verlage haben das Erscheinen neuer Titel aufgeschoben (in 50 Prozent der Fälle) und z.T. ganz aufgegeben. Zu leiden hatten besonders die großen Buchhandlungen in den Innenstädten, weniger die kleinen und mittleren Buchhandlungen mit ihrer Stammkundenschaft. Bei den Kleinen hat es im Einzelfall sogar hart erkämpfte, beachtliche Umsatzzuwächse gegeben. Insgesamt hat der...
Welche unbewussten Motive spielen beim Buchkauf eine Rolle? Möchte sich der Kunde bei kurzweiliger Lektüre entspannen und abschalten? Sich weiterbilden? Zum Nachdenken angeregt werden? Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat zur Buchmesse 2020 die neue Studie Bewusst unbewusst: Vom verborgenen Lesemotiv zum Kaufimpuls, durchgeführt von der Nymphenburg Consult AG, vorgestellt. Der neue Fokus auf die Lesemotive der Käufer könnte die Verlagsprogramme und das Erscheinungsbild der...
Der Gedanke einer deutschen Nationalbibliothek stand nach der Reichsgründung von 1871 auf der kulturpolitischen Agenda. Im Blick auf Frankreich, Großbritannien und andere Nachbarstaaten wurde den Deutschen das Fehlen einer lückenlosen Sammlung der Buchproduktion und somit ein die Einheit der Nation repräsentierendes Bucharchiv schmerzlich bewusst. Die Königliche Bibliothek in Berlin vertrat diesen Sammelanspruch zwar, aber sie war in der Realität weit davon entfernt, ihn erfüllen zu...
„I am excited as I just learned that I can publish open access in Wiley-Global journals as Uni Jena has a contract that covers 100 % open access cost! Thanks for this!“ schreibt die Psychologin Barbara Schmidt.[1] Glaubt man den Verhandlungsführern, sprudelt die Begeisterung unter deutschen Wissenschaftlern über den DEAL-Vertrag mit John Wiley & Sons über. Doch er enthält Nebenabreden, die befremden. Sie verstärken den...
Anlass des Gesprächs ist die Beschwerde des Börsenvereins beim Kartellamt. Die Buchhändler wehren sich dagegen , dass die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland unter dem Projektnamen DEAL dabei sind, bundesweite Lizenzverträge nur mit den drei großen Wissenschaftsverlagen zu verhandeln. Nach ihrer Meinung werden dadurch die kleineren und mittleren Wissenschaftsverlage benachteiligt. (Teil 1 des Gesprächs finden Sie hier.) Knoche: Wie wichtig ist der Bibliotheksmarkt als Teil des...
Als „Quasi-Exklusivvereinbarungen“ kritisiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Verträge, die die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland gerade mit den Großverlagen aushandeln. Unter dem Projektnamen DEAL sind sie dabei, bundesweite Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals) großer Wissenschaftsverlage abzuschließen und zugleich eine Open-Access-Komponente durchzusetzen. Mit Wiley wurde bereits ein Vertrag geschlossen. Der Vertrag mit Springer Nature wird möglicherweise in Kürze auf der Frankfurter Buchmesse...
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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