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Verschlagwortet: DDR

Peter-Sodann-Bibliothek, Eingangsschild

Die Bananenkisten von Staucha – ein Besuch in der Peter-Sodann-Bibliothek

Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. Für den Handelsverkehr sorgt die Peter-Sodann-Bibliothek, die Bücher und andere...

Klaus Saur bei einem Vortrag vor der Bayerischen Akademie der Schönen Künste am 27. Januar 2021. Videostill

Ein geglücktes Leben – Nachruf auf Klaus G. Saur

Es ist zwei Jahre her, dass Klaus Saur seine Weimarer Freunde zum Abendessen ins Hotel Elephant einlud. Mit ihm waren wir zu siebt. Es war ein schöner Sommerabend. Man konnte auf der Terrasse sitzen und die laue Luft genießen. Wie immer in seiner Gesellschaft gab es vorab ein Gläschen Champagner. Nach der Vorspeise klopfte der Gastgeber an sein Glas, stand auf und kündigte an, eine...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Christoph Links links

Warum ist die Verlagsproduktion im Osten bis heute so erschreckend gering? Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (3/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie so viele ostdeutsche Verlage zu existieren aufhörten. Christoph Links ist Verlagshistoriker, Publizist und war Verleger des gleichnamigen Sachbuchverlags. Die bisherigen Teile des Gesprächs sind abgedruckt im Blog vom 8. Juni und 15. Juni 2026. Abschließend geht es u.a. um die...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Das Experiment einer Verlagsneugründung in Weimar – Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (2/3)

Christoph Links geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Die SED-Führung hat im Bereich der Kulturwirtschaft aber nicht nur geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege geräumt, sondern in einigen Fällen auch neue Verlage gegründet. Der Arion Verlag in Weimar ist dafür ein Beispiel. Christoph...

Im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Vom Verschwinden der DDR-Verlage – Gespräch mit Christoph Links über sein neues Buch (1/3)

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl ursprünglich viel mehr von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 eine Genehmigung erhalten hatten. Christoph Links hat die Geschichte aller 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Dahinter steht...

Putin-Stasi-Ausweis, Ministerium für Staatssicherheit der DDR, Wikimedia Commons

Die Welle von Evaluationen (2/3) – Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Die Modrow-Regierung beschloss am 13. Januar 1990 die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit zum 30. März desselben Jahres. Damit endete die Tätigkeit von etwa 13.000 hauptamtlichen Stasi-Offizieren und 174.000 inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Überwachung: 1989 war etwa jeder hundertste DDR-Bürger als IM registriert. Im Bibliotheksbereich kam nach eigener Schätzung aufgrund von Zeitzeugengesprächen ein informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit auf 20...

Informationsbesuch westdeutscher Bibliothekare in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden im Juni 1986. Von links: Roswitha Geh, Burghard Burgemeister (Sächsische Landesbibliothek Dresden), Hans-Peter Geh (Württembergische Landesbibliothek Stuttgart), Jürgen Hering (UB Stuttgart).

Die Welle von Evaluationen (1/3) – Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Die Besetzung von Führungspositionen in DDR-Bibliotheken folgte primär dem Kriterium politischer Loyalität. Fachliche Qualifikationen traten in den Hintergrund, wenn geeignete SED-Mitglieder verfügbar waren. Dieser Praxis entsprangen Besetzungen wie an der Universitätsbibliothek Jena, wo von 1970 bis 1990 ein Offizier der Volkspolizei die Leitung innehatte, oder in Leipzig, wo der UB-Direktor gelegentlich seine Doppelrolle als Parteifunktionär – mit Parteiabzeichen – und Reserveoffizier der NVA – mit...

Horst Klein Kinderbibliothek. Kinder beim Hören von Schallplatten. Potsdam, Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek

Carsten Gansel skandalisiert – Wie ist die flächendeckende Schließung von öffentlichen Bibliotheken der ehemaligen DDR zu bewerten?

Die flächendeckende Schließung von öffentlichen Bibliotheken der ehemaligen DDR in der Wendezeit war kein Ruhmesblatt der Kulturpolitik des vereinigten Deutschlands. Zu spät hatte man erkannt, dass die Übergabe der einst zentralistisch verwalteten Einrichtungen in kommunale Verantwortung existenzbedrohend sein würde. Die Gemeinden erhielten das Recht, ihre Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Aber bei dem enormen Spardruck konnten sie die Bibliotheken als...

Bibliothekarin in der Zentralbibliothek der deutschen Klassik beim Katalogisieren, ca. 1980er Jahre

Vom Plan zum Verbund (2/2) – Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Das erste deutsch-deutsche Gemeinschaftsprojekt war das Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Es sollte ein grundlegendes Nachschlagewerk über die Sammlungen in Bibliotheken werden, das die Kataloge nicht ersetzt, aber Zusammenhänge deutlich macht. Die Bestandsgeschichte der älteren Bibliotheken sollte umfassend dokumentiert werden. Zwanzig Jahre nach der deutschen Vereinigung war das Handbuch realisiert und besteht aus folgenden Teilen: Der Plan ging auf eine Initiative des Münsteraner Buchwissenschaftlers...

Der zentrale „Lesesaal“ der UB Rostock Anfang der 1990er Jahre. Foto UB Rostock

Vom Plan zum Verbund (1/2) – Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Nach der deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990 standen die wissenschaftlichen Bibliotheken der ehemaligen DDR vor einer doppelten Herausforderung: Aus der Planwirtschaft entlassen, mussten sie sich schnell in das föderale System einfügen, während ihre Zukunft ungewiss blieb. Würden alle Einrichtungen erhalten bleiben? Würde der Föderalismus bedeuten, dass pro Bundesland nur eine Universität auskömmlich finanziert werden kann? Drohte ein „Rückfall in den Provinzialismus“? Die Unsicherheit war...