Ferdinand Springer und Karl Jaspers gehörten beide zu den Verfolgten des NS-Regimes. Ferdinand Springer musste auf Grund seiner jüdischen Herkunft 1942 aus dem Verlag ausscheiden und überlebte die letzten Kriegsjahre bei Freunden auf einem Landgut in Pommern. Sein Vetter Julius, der andere Mitinhaber, hatte seine Geschäftsanteile schon 1935 abgeben müssen. Wie kein zweiter deutscher Verlag war der Springer-Verlag von dem Exodus und der Ermordung der...
Von Anfang an war Jaspers bewusst, dass die äußere Gestaltung des Buches keine bloße Geschmacksfrage ist, sondern die Wahrnehmung der Leser entscheidend mitprägt. Schon bei der Herstellung seiner Allgemeinen Psychopathologie (1913) hatte er genaue Vorstellungen über die Gestaltung des Buches bis hin zur Kursivierung von Abschnittsüberschriften geäußert. Wenig erstaunlich, flammte sein typographisches Interesse bei der Produktion seines Hauptwerks, der Philosophie (1932), wieder auf. Das über...
Karl Jaspers (1883-1969) war in den 1950-er und 1960-er Jahren eine moralische und intellektuelle Autorität der Bundesrepublik Deutschland. Mehrfach erschien sein Portrait auf der Titelseite des Magazins Der Spiegel. Als Philosoph genoss er neben Martin Heidegger und Ernst Bloch hohes Ansehen. Genauso stark wurde er bis ins breite Publikum hinein als politischer Denker wahrgenommen, der die Deutschen mit der Frage nach der Schuld an ihrer...
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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