Als der Leipziger Buchhändler Theophil Georgi im Jahr 1742 damit begann, sein Allgemeines europäisches Bücherlexikon zu veröffentlichen, das am Ende rund 120.000 Titel verzeichnete, stieß er bei seinen Kollegen durchaus nicht auf Begeisterung. Denn das umfassende Verzeichnis der damals lieferbaren Bücher enthielt erstmals auch die Angabe, wie teuer der einzelne Titel war. Die Buchhändler befürchteten, auf den angegebenen Preis festgenagelt zu werden und keinen höheren...
Im Frühjahr 1795 erhielt der Königsberger Buchhändler Gottlieb Leberecht Hartung einen Brief von Friedrich Schiller. Eigentlich war er an Immanuel Kant gerichtet. Jena den 2 März. 95. Montag. Entschuldigen Sie, hochgeehrtester Herr, daß ich, als ein Unbekannter, so unbescheiden bin, Sie mit einem Auftrage zu belästigen. Ich war in Verlegenheit beyfolgendes Paquet an H. Prof. Kant in deßelben Hände zu bringen, ohne ihm die Unkosten...
Als Blickfang über dem Eingang von Kanters Ladens wurde ein Adler aus Holz „von abscheulicher Größe“ (Hippel)1 angebracht, der in seinen Klauen außer der Posaune ein aufgeschlagenes Buch hielt mit den Worten: „Deo, Regi, Populo“ (für Gott, König, Volk). Der Adler war ein übliches Symbol für königlich privilegierte Geschäfte in Preußen und diente über viele Jahrzehnte auch als Emblem für den Verlag Gräfe und Unzer....
Heute sind wir es gewohnt, Bücher, die im Buchladen vor Ort nicht vorrätig sind, bestellen und einen Tag später abholen zu können. Im Prinzip funktionierte das auch früher schon. Es dauerte nur etwas länger. Als der Philosoph Johann Georg Hamann, der im Hauptberuf Zollinspektor war, im Jahre 1779 einmal ein bestimmtes Buch lesen wollte, das in Lessings Fragmentenstreit eine Rolle spielte und in den Königsberger...
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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