Im Frühjahr 1795 erhielt der Königsberger Buchhändler Gottlieb Leberecht Hartung einen Brief von Friedrich Schiller. Eigentlich war er an Immanuel Kant gerichtet. Jena den 2 März. 95. Montag. Entschuldigen Sie, hochgeehrtester Herr, daß ich, als ein Unbekannter, so unbescheiden bin, Sie mit einem Auftrage zu belästigen. Ich war in Verlegenheit beyfolgendes Paquet an H. Prof. Kant in deßelben Hände zu bringen, ohne ihm die Unkosten...
Als Blickfang über dem Eingang von Kanters Ladens wurde ein Adler aus Holz „von abscheulicher Größe“ (Hippel)1 angebracht, der in seinen Klauen außer der Posaune ein aufgeschlagenes Buch hielt mit den Worten: „Deo, Regi, Populo“ (für Gott, König, Volk). Der Adler war ein übliches Symbol für königlich privilegierte Geschäfte in Preußen und diente über viele Jahrzehnte auch als Emblem für den Verlag Gräfe und Unzer....
Mit dem Auftritt Johann Jakob Kanters zog ein neuer Geist in den Buchhandel ein. In den Jahren zwischen 1760 und 1780 lief er allen Konkurrenten den Rang ab. Der zweiundzwanzigjährige Buchhändler beantragte mitten im Siebenjährigen Krieg, als Ostpreußen russisch besetzt war, bei der Zarin Elisaveta Petrovna ein Buchhandelsprivileg für die Stadt Königsberg. Er erhielt es anstandslos, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 1760, und etablierte sich in der...
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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