Libraries have been building and cultivating collections of trustworthy print publications to fulfill their function as reliable storage facilities for centuries. The scope and selectivity of the collection were always criteria for the library’s rank. Collection development has typically been regarded as the noblest task of the academic librarian. Today, digital publications are ubiquitously available. Funding agencies consider the continued collection of printed materials by...
Als Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothekar in Hannover war, überraschte er seinen Landesherrn damit, dass er behauptete, das gesamte Wissen der Zeit in nur drei oder vier Zimmern unterbringen zu können. Von Bibliothekaren ist man eigentlich den Ruf nach mehr Mitteln für die Bücherbeschaffung zu hören gewohnt und kennt Bibliotheken nur als Einrichtungen, die immer größer werden. Aber Leibniz behauptete im Jahr 1680, den Vollständigkeitsanspruch der...
Klaus Kempf war bis 2011 Leiter der Hauptabteilung Bestandsaufbau und Erschließung und anschließend der Hauptabteilung Digitale Bibliothek und Bavarica in der Bayerischen Staatsbibliothek, München. Aus Anlass seines Eintritts in den Ruhestand am 1. März 2021 nimmt er Stellung zu einigen Hauptfragen, mit denen die wissenschaftlichen Bibliotheken derzeit konfrontiert sind. Die Bayerische Staatsbibliothek gibt an, mit 2,5 Millionen digitalisierten Werken über den größten digitalen Datenbestand aller...
Müssten Bibliotheken nicht auch soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co. dokumentieren? Websites werden doch auch gesammelt. Die Frage stellt sich bei der Lektüre eines interessanten Artikels von Thomas Mutschler, der beschreibt, wie die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena landeskundlich relevante Websites identifiziert und archiviert. (Thomas Mutschler: Zum Stand der Kooperativen Webarchivierung in Thüringen. In: O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal Bd. 7, Nr. 4, November 2020,...
Am 29. September 2020 begeht Professor Dr. Dr. h.c. Bernhard Fabian FBA, Anglist und Buchwissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, seinen 90. Geburtstag. Wie kein zweiter Gelehrter seiner Generation hat er die Ausrichtung der wissenschaftlichen Bibliotheken beeinflusst. Er hat den Bibliotheken das Bewusstsein für den Wert ihrer historischen Sammlungen zurückgegeben. Denn diese waren, abgesehen von den Zimelien, eine Zeitlang nicht mehr Teil des Selbstverständnisses der Bibliotheken....
Der Digitalisierungsschub ist bei den wissenschaftlichen Bibliotheken der Haupteffekt der Covid-19-Krise. Sie bauen ihre digitalen Services weiter aus und stellen so viele E-Books und E-Journals zur Verfügung, wie der Markt und die Etats hergeben. Anfangs hatten die Bibliotheken auch keine andere Wahl, als mit einer Digitalisierungsoffensive auf die Beschränkungen zu reagieren. Doch inzwischen wird offensichtlich, dass die elektronischen Ressourcen nur einen kleinen Ausschnitt dessen ausmachen,...
Die Bayerische Staatsbibliothek bietet zur Zeit den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken an. Trotzdem erwirbt sie pro Jahr immer noch rund 130.000 Bücher. Ihr Generaldirektor Klaus Ceynowa sieht in dieser Tatsache eine „hartnäckige Persistenz des Gedruckten in den Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften“. Er konfrontiert seine Kollegen an den Hochschulbibliotheken, die viel weniger Printprodukte erwerben, weil sie diese laut Ceynowa als uncool und altmodisch empfinden,...
Ein Gespräch Die Redakteure der Zeitschrift Avenue – Das Magazin für Wissenskultur Corinna Virchow und Mario Kaiser haben mich in Freiburg/Br. zu einem Gespräch getroffen. Avenue ist eine unabhängige populärwissenschaftliche Zeitschrift für Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie erscheint etwa „2,5 mal im Jahr“ in Basel und ist immer einem bestimmten Thema gewidmet. Das Heft Nr. 7 hat den Titel „Magie und Politik des Sammelns“. Hier einige...
In meinem Blog der letzten Woche habe ich auf den interessanten Aufsatz von Thomas Stäcker: „Die Sammlung ist tot, es lebe die Sammlung!“ aufmerksam gemacht. Im Kommentar hatte ich die bei Stäcker im Raum stehende Vorstellung von einer digitalen Weltbibliothek, die alles enthält und alles bewahrt und aus der sich jeder seinen Teil herausschneiden kann, für eine Illusion erklärt und gesagt: „Die totale Ubiquität scheint...
Wenn alle Publikationen digital und im Open Access-Modus frei verfügbar sind, welche Aufgaben haben dann noch Bibliotheken? Müssen sie weiter Sammlungen anlegen und möglichst nach Alleinstellungsmerkmalen suchen, um ihre Existenz zu rechtfertigen?
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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