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Verschlagwortet: Stasi

Putin-Stasi-Ausweis, Ministerium für Staatssicherheit der DDR, Wikimedia Commons

Die Welle von Evaluationen (2/3) – Wie sich die wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten

Die Modrow-Regierung beschloss am 13. Januar 1990 die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit zum 30. März desselben Jahres. Damit endete die Tätigkeit von etwa 13.000 hauptamtlichen Stasi-Offizieren und 174.000 inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Überwachung: 1989 war etwa jeder hundertste DDR-Bürger als IM registriert. Im Bibliotheksbereich kam nach eigener Schätzung aufgrund von Zeitzeugengesprächen ein informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit auf 20...

Die Aufgaben „auf unbestimmte Zeit“ wahrnehmen – Gespräch mit Peter Hoffmann, dem ehemaligen Direktor der UB Rostock (1/2)

Die ostdeutschen wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Mauerfall (9) Dr. Peter Hoffmann war zur Zeit der Friedlichen Revolution 49 Jahre alt und Direktor der Bibliothek der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow. Warnemünde liegt 15 Kilometer nördlich von Rostock an der Ostsee. Die Hochschule wurde 1991 in die Universität Rostock integriert. Dort übernahm der promovierte Physiker und Fachinformator 1992 die Leitung der Universitätsbibliothek. Im ersten Teil des Gesprächs...

Wie wurde das Personal der wissenschaftlichen Bibliotheken der ehemaligen DDR zu Beginn der 1990-er Jahre evaluiert?

Die ostdeutschen wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Mauerfall (5) Zu unterscheiden sind Überprüfungen auf Tätigkeit für die Statssicherheit (Stasi), auf politische Integrität und auf fachliche Eignung. In der Phase der Selbstreform der DDR (November 1989 bis Oktober 1990) wurden alle Aspekte oft im selben Verfahren untersucht. Während die Zugehörigkeit zur Nomenklatura der Partei zu dieser Zeit oft ein Kündigungsgrund war, wird die Mitgliedschaft in der SED...

Deutsche Bücherei

Die Rolle der Stasi in der Deutschen Bücherei (3)

Die Deutsche Bücherei (DB) in Leipzig, eine von zwei Vorläufereinrichtungen der heutigen Deutschen Nationalbibliothek, ist wie keine andere Kulturinstitution mit dem Schicksal Deutschlands im 20. Jahrhundert verbunden. Bisher fehlte eine gründliche bibliothekshistorische Darstellung. Jetzt haben Sören Flachowsky und Christian Rau sie vorgelegt. Wichtige Erkenntnisse daraus seien in einem dritten und letzten Teil (Nr. 1, Nr. 2) referiert. Überraschenderweise – und hier setzt die Darstellung Christian...

„Das nächste Mal holen wir Sie!“ Weimar im Herbst vor 30 Jahren

In Weimar gibt es in diesen Wochen eine Fülle von Veranstaltungen, die an die friedliche Revolution 1989 in der Stadt erinnern. Jeden Tag findet ein Konzert, eine Filmvorführung, Ausstellung oder Diskussion statt. Auch die Literarische Gesellschaft Thüringen hatte am 6.11.2019 unter dem Motto „Brücken statt Mauern“ zu einem Tischgespräch mit Zeitzeugen eingeladen. Als geborener Westdeutscher finde ich die Frage besonders interessant, von welchem Zeitpunkt an...