Die Modrow-Regierung beschloss am 13. Januar 1990 die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit zum 30. März desselben Jahres. Damit endete die Tätigkeit von etwa 13.000 hauptamtlichen Stasi-Offizieren und 174.000 inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Überwachung: 1989 war etwa jeder hundertste DDR-Bürger als IM registriert. Im Bibliotheksbereich kam nach eigener Schätzung aufgrund von Zeitzeugengesprächen ein informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit auf 20...
Die ostdeutschen wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Mauerfall (5) Zu unterscheiden sind Überprüfungen auf Tätigkeit für die Statssicherheit (Stasi), auf politische Integrität und auf fachliche Eignung. In der Phase der Selbstreform der DDR (November 1989 bis Oktober 1990) wurden alle Aspekte oft im selben Verfahren untersucht. Während die Zugehörigkeit zur Nomenklatura der Partei zu dieser Zeit oft ein Kündigungsgrund war, wird die Mitgliedschaft in der SED...
Der Eindruck einer großen, aber menschenleeren Bibliothek, wie ich ihn von der Universitätsbibliothek Chemnitz gewonnen hatte (vgl. meinen Post vom 19.6.23), kann an Zahlen der Deutschen Bibliotheksstatistik gegengeprüft werden. Für Chemnitz ist das Ergebnis jedoch nicht besonders aussagekräftig: Der Benutzungsbereich umfasst 8,520 m2, angegeben sind 19281 aktive Nutzer. Das bedeutet, dass sich im Jahr 2022 rechnerisch 2,26 Benutzer einen Quadratmeter Fläche teilen mussten – genauso...
Bisher kenne ich nur Bibliotheken, die in Bezug auf die Fülle der unterzubringenden Medien zu klein sind. Meistens sind sie es auch im Hinblick auf die Menge der Benutzer. Unter beiden Gesichtspunkten besonders beengt habe ich die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln empfunden. Aber der beste Ort, um zu lernen, was Platzangst ist, ist die Campusbibliothek der Technischen Hochschule Köln am Ubierring. Eigentlich können Bibliotheken nicht...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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