Der 28. Oktober war ein warmer, freundlicher Herbsttag in Yeoju. Schon am frühen Morgen, die Sonne kämpfte noch mit dem Nebel, trafen die ersten Besucher ein – aus Seoul, Daegu, Suwon, Gwangju oder wie auch immer die Städte in der Gegend heißen, sogar aus dem südlichen Zipfel Südkoreas waren einige gekommen. Die Autos wurden weit vor dem Dorf von freiwilligen Helfern zum Parken am Straßenrand...
In Yeoju, anderthalb Fahrtstunden südöstlich von Seoul, in einer Hügellandschaft mit Ginseng- und Reisfeldern, steht das „Haus der Bücher“. Es ist ganz im Hanok-Stil der alten koreanischen Architektur errichtet – mit geschwungenem Dach, ohne Schrauben und Nägel, mit natürlichen Baumaterialien wie Holz, Lehm, Stein und dem traditionellen Papier (Hanji) für die Fenster. Das Haus hat aber nicht nur ein Fundament in der koreanischen Tradition, wie...
„Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“ – der Satz aus Goethes Faust sollte, möchte man meinen, bei seiner Übersetzung ins Koreanische keine besonderen Schwierigkeiten aufwerfen. Und doch hat er Young-Ae Chon bei ihrer Faust-Übersetzung fast zur Verzweiflung gebracht. Denn es gibt im Koreanischen kein Äquivalent für „Fräulein“. Heute verwendet man als Anrede für eine junge Frau eher eine...
Neue koreanische Faust-Übersetzung erschienen „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“ – der Satz aus Goethes Faust sollte, möchte man meinen, bei seiner Übersetzung ins Koreanische keine besonderen Schwierigkeiten aufwerfen. Und doch hat er Young-Ae Chon bei ihrer Faust-Übersetzung fast zur Verzweiflung gebracht. Denn es gibt im Koreanischen kein Äquivalent für „Fräulein“.
Das Dorf Staucha, etwa auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden gelegen und bereits 1259 erstmals erwähnt, hat es bisher nicht zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Doch jeder Paketdienstmitarbeiter ganz Sachsens kennt den Ort, der heute zur Gemeinde Stauchitz gehört. Ständig werden hier Bücher aus aufgelösten Bibliotheken angeliefert, ständig verlassen Pakete mit antiquarischen Büchern den Ort. […]
Wie und warum haben sich Bibliothek und Museum räumlich voneinander getrennt, obwohl sie historisch aus einer gemeinsamen Kultur des Sammelns, Betrachtens und Studierens hervorgegangen sind? Karl-Heinz Schmitz hat sich mit dieser Frage in einem neuen Zeitschriftenbeitrag beschäftigt und kommt zu interessanten Erkenntnissen.1 Der Autor, Jahrgang 1949, war Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Bauhaus-Universität […]
Vor einigen Wochen fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Veranstaltung statt, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Verschiedene deutsche Institutionen übergaben der polnischen Kulturministerin Kulturgüter, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert worden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz etwa überließ dem polnischen Staat eine mittelalterliche Handschrift, die einen Teil des Textes […]
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