Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl ursprünglich viel mehr von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 eine Genehmigung erhalten hatten. Christoph Links hat die Geschichte aller 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem neuen Buch Verschwundene Verlage – Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990) der Frage nach, wann, warum und wie sie zu existieren aufhörten. Dahinter steht...
Auf der Frankfurter Buchmesse haben Christoph Links und ich am 20. Oktober 2023 den neuen Band zur Buchhandelsgeschichte der DDR vorgestellt. Er ist gerade im Rahmen der vielbändigen Geschichte des deutschen Buchhandels erschienen, den die Historische Kommission des Börsenvereins seit mehr als zwanzig Jahren herausbringt.1 Neben den Herausgebern Christoph Links, Siegfried Lokatis, Klaus G. Saur sowie Carsten Wurm haben 21 Autoren an dem Band mitgewirkt....
Zur Verbreitung der westdeutschen Literaturproduktion in wissenschaftlichen Bibliotheken der frühen DDR (3) Die Bibliothekare saßen zwischen allen Stühlen: den Erwartungen der Partei, der grotesken Bürokratie und den enttäuschten Lesern. Ihrem Berufsethos hätte es entsprochen, den Lesern ein vielfältiges Literaturangebot unzensiert anzubieten. Es gab zahlreiche Versuche, den Literaturbedarf aktiv in die „richtige“ Richtung zu lenken. Ein Instrument u.a. waren die Gesellschaftswissenschaftlichen Auskunfts- und Beratungsstellen, zu deren...
Zur Verbreitung der westdeutschen Literaturproduktion in wissenschaftlichen Bibliotheken der frühen DDR (1) Für die Regierung der DDR ging es in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts darum, die schlimmsten Kriegszerstörungen zu überwinden und die erheblichen Beschlagnahmungen durch die Besatzungsmacht zu verkraften. Es wurden nicht nur ganze Fabrikanlagen, sondern z.B. auch Eisenbahnschienen in großem Umfang demontiert und in die Sowjetunion verbracht worden. Gleichzeitig erfolgte ein Umbau...
(Aus der Serie: Auf schwankender Bibliotheksleiter, 7) Bibliothekszensur war ein Thema, das in der DDR offiziell gar nicht existierte, über das ich aber in den frühen neunziger Jahren in Weimar sehr viel zu hören bekam. Ich fand, man müsse sich damit in einer Veranstaltung, Tagung oder Ausstellung öffentlich auseinandersetzen, um zu signalisieren, dass die Bibliothekare die praktizierten Kontrollmechanismen nicht schönreden wollten und die Herzogin Anna...
Siegfried Lokatis über die Zensurpraxis in der DDR Zu den größten deutschen Literaturarchiven zählt das Bundesarchiv mit seiner Dienststelle Berlin-Lichterfelde. Hier lagern die Druckgenehmigungsakten der Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur. Fast zu jedem Buch, das zwischen 1951 und 1989 in der DDR erschienen ist – vom Kinderbuch “Hubert, das Flusspferd” über einen Band der Schiller-Nationalausgabe bis hin zum Ratgeber für den Bau...
Wie gut war die westdeutsche Literaturproduktion während der 50er und 60er Jahre in wissenschaftlichen Bibliotheken der DDR präsent? Der Beschaffung von Literatur aus dem Westen standen zwei wesentliche Hindernisse entgegen: Zum einen waren die finanziellen Ressourcen, insbesondere die Devisen, für den Ankauf westdeutscher Literatur äußerst begrenzt. Zum anderen bezweifelte die Sozialistische Einheitspartei (SED) die Notwendigkeit, Bücher und Zeitschriften des „Klassenfeindes“ in größerem Umfang überhaupt zugänglich...
Eine Buchbesprechung (Forts. vom 6. Juli 2026) Eher noch als Leibniz dürfte Herzog Anton Ulrich ein starker Einfluss auf seinen eigenen Repräsentationsbau zuzubilligen sein. Dafür spricht nicht nur die Summe von 195.000 Talern – etwa ein Drittel der jährlichen Staatseinnahmen –, die er dafür aufbrachte, sondern auch sein nachweisliches Interesse an der Baukunst. In seinem […]
Eine Buchbesprechung Warum sollte man sich heute mit einem Bibliotheksbau befassen, der 1711 vollendet, 1723 bezogen und 1887 wegen Baufälligkeit und Brandgefahr abgerissen wurde? Er prägte nicht einmal den Stil späterer Bibliotheken – abgesehen vielleicht von Johann Bernhard Fischer von Erlachs Hofbibliothek in Wien (1726). Dennoch gibt es gute Gründe, sich für diese verschwundene Architektur […]
In den Universitätsbibliotheken dominieren heute digitale Publikationen. Gedruckte Bücher werden meist nur noch angeschafft, wenn es keine elektronische Alternative gibt oder besondere Gründe dafürsprechen.(Vgl. z. B. meinen Blogpost vom 2. Juni 2025) Um die Veränderungen in den Blick zu bekommen, die die Bibliotheken in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht haben, versetzen wir uns einen Augenblick […]
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